Ernährung nach der Schwangerschaft - was soll ich nur essen... ?

„Wann ist es denn soweit?“ fragt die gertenschlanke Verkäuferin. Sehr witzig, denkst du. Blöde Kuh. Komm du mal mit deinem Körper klar, wenn du ein Kind gekriegt hast! Ich hab grad´ andere Sorgen. Aber… naja, so langsam könnte das mal losgehen mit dem Weg zum alten Gewicht… aber wie?
Von allen Seiten dröhnen die Ratschläge in den Ohren: von der Schwiegermutter, der besten Freundin (die hat doch gar kein Kind, wieso…? Ach, egal), dem Gynäkologen.

Doktor Google hält zu allem Überfluss ebenfalls eine Vielzahl an Experten bereit und dann stapeln sich noch die Ratgeber im Bücherregal. Der Ehemann hält sich bestenfalls geschmeidig zurück, weil er ahnt, dass er sich auf hoch explosivem Terrain bewegt. Instagram & Co zeigen uns in unzähligen posts, wie man die Babypfunde wieder los wird – was wir interessiert und wissend nickend lesen, während wir die Reste des leckeren Babybreis in uns hineinlöffeln. 

Körperfettverlust entscheidet sich in der Küche – auch in der Stillzeit

Das Wichtigste vorab: dein Körper war fast 10 Monate schwanger und hat sich dadurch verändert – gib ihm mindestens die gleiche Zeit, um wieder zurück zu finden in sein „früheres Sein“. Und dann ist es schon schnell gegangen.
Fang in der Küche an, um etwas für deine Figur zu tun. Und damit ist KEINE Diät gemeint! Gerade wenn du noch stillst, ist eine Diät keine gute Idee. Aber es ist eine gute Idee, kalorienreiche und nährstoffarme Lebensmittel  mit einer niedrigen Kaloriendichte zu ersetzen. Und damit den ersten Schritt zu gehen zurück zu dem Körper, den du vor der Schwangerschaft hattest.

Das klingt theoretisch ganz einfach, ist in der Praxis jedoch wahnsinnig schwer. Als junge Mutter bist du froh, wenn du es geschafft hast zu duschen. Wie soll man dann noch auf´s Essen achten?

So klappt es mit dem „guten“ Essen – meine 10 Tipps für junge Mütter

1. führe ein Ernährungstagebuch

2. führst du schon ein Ernährungstagebuch? DAS lohnt sich WIRKLICH. Denn es schafft dir Bewusstsein darüber, was du momentan zu dir nimmst. Ich bin ein großer Fan von Stift und Papier (gerne in Form eines hübschen kleinen Büchleins, das du gerne bei dir trägst), es gibt aber auch gute Apps, mit denen du dein Essen tracken kannst. Schreibe genau auf, was du zu dir nimmst – am besten noch mit einem Vermerk dazu, aus welcher Motivation heraus du gegessen hast. War dir langweilig, warst du gestresst, alleine oder in Gesellschaft? Und: notiere die Uhrzeit, sobald Essen in deinem Mund landet. Wenn ich Ernährungsgprotokolle meiner Kundinnen zurück bekomme, ist dies das Erste worauf ich schaue: isst sie permanent oder hat sie Pausen zwischen ihren Mahlzeiten?

3. Achte auf eine basische Ernährung. Gemüse zum Beispiel wird basisch verstoffwechselt, Zucker nicht – er ist nicht nur säurebildend, sondern zu allem Überfluss auch noch ein Basenräuber. Tierisches Protein, Kaffee, Fertigprodukte, Fast Food (kurz, alles was geil schmeckt) bringt deinen Körper in ein saures Milieu. Ist der Körper übersäuert, gibt er aber kein eingelagertes Fett her… es lohnt sich daher, sich mit dem Thema Säure / Basen zu beschäftigen. Und der größte Benefit ist, dass du mit einer basischen Ernährung deinem Kind die volle Nährstoffpower per Muttermilch übermittelst. Aber auch wenn du nicht stillst, profitiert deine Familie von einer vitaminreichen Ernährung…
Du findest im Internet Tabellen, in denen die gängigen Lebensmittel in Säure- oder Basenbildner eingeteilt sind. 

4. Lass mal die Zwischenmahlzeiten weg… Essenspausen schulen deine somatische Intelligenz  – und mal wieder echten Hunger zu fühlen, poliert deine Verbindung zu deinem Magen auf.

5. Mehr Gemüse als Obst essen. Ob du nun Weintrauben mit auf den Spielplatz nimmst oder eine in Scheiben geschnittene Gurke – der Aufwand ist nicht wirklich größer. Der Impact auf deinen Blutzuckerspiegel jedoch schon!

6. Versuche erst gar nicht, alles auf einmal zu ändern bzw. alles richtig zu machen. Du wirst wahrscheinlich scheitern. Wenn du von 7 Tagen 4 richtig gute hinkriegst, ist das schon ein toller Erfolg!

7. Trinken, trinken, trinken. Am besten stilles Wasser, das erste morgendliche Glas gerne angereichert mit dem Saft einer ausgepressten Zitrone. Wenn der Magen brummelt, obwohl das Frühstück erst ne Stunde her ist: Wasser trinken. Abends auf dem Sofa nach dem Abendessen noch Bock auf was Süßes? Wasser trinken.

8. Ermittle deinen Kalorienbedarf. Wenn du permanent mehr isst, als du verbrauchst, wird es schwer mit dem abnehmen. 

9. Und zu guter Letzt: gönn´dir auch mal was. Aber dann genieße es bitte ohne Reue! Gleiche es vielleicht am nächsten Tag wieder aus. 

10. Führe ein Ernährungstagebuch.

Foto: Bob Peters from Leeds, UK